| Anastasia schrieb am 05.05.2008 |
| Story |
Der Besuch
„Wenn du in Berlin bist, komm doch einfach auf einen Kaffee
vorbei“, bat Chris mich jedes Mal, wenn wir uns im Chat
unterhielten.
Nun war ich in Berlin, mein Termin war geplatzt, für einen
Einkaufsbummel hatte ich ohnehin nicht genügend Bares, das
Flair der Großstadt interessierte mich nicht die Bohne und
ging mir eher auf den Keks. Aber ein Kaffee wäre jetzt nicht
schlecht.
Ich durchforstete mein Handy, wen ich in dieser Stadt mit
meiner Anwesenheit erfreuen könnte und blieb bei Chris’
Nummer hängen. Ich überlegte, ob ich eine SMS schreiben
sollte, verwarf diesen Gedanken jedoch sofort wieder.
Er ging sofort ran.
„Hallo Chris, hier ist Anastasia. Ich bin grad in der Nähe
und dachte, ich komme mal fix vorbei.“
Schweigen am anderen Ende der Leitung. Die Idee war wohl
doch nicht so gut.
„Bist du noch dran, Chris?“
„Ja“, kam es atemlos, abgehackt, „das ist aber eine
Überraschung. Ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Weißt
du, wo du hin musst?“
Dann erklärte er mir den Weg. Ich hatte Mühe ihn zu
verstehen. Seine Stimme klang dumpf und war von ständigen
Zischlauten durchsetzt. Was machte der Kerl gerade, holte er
sich einen runter oder was?
„Gut, ich bin in einer halben Stunde bei dir. Schmeiß die
Kaffeemaschine an, und wenn du keine Milch hast, besorge
welche. Ich trinke halb und halb.“
„Ja, Herrin“
Ach, daher wehte der Wind. Der gute Chris wollte Spielchen
spielen. Na von mir aus, schmunzelte ich und fuhr los.
Er wohnte in Gropiusstadt - ein seltsames Viertel. Trostlose
Plattenbauten schienen verstreute Einfamilienhäuser
erdrücken zu wollen, dazwischen standen vereinzelt staubige
Kastanien. Die Gemüsebeete der Vorgärten sahen geplündert
aus.
Einen Parkplatz in Berlin zu finden, war ein Krampf.
Schließlich quetschte ich meinen Twingo zwischen zwei
verbeulte Rostlauben, nahm meine Handtasche und ging zu
seinem Haus.
Auf ein Spiel war ich nicht vorbereitet, ich hatte nichts
mit, also musste es so gehen. Bevor ich den Klingelknopf
drückte, sah ich an mir herunter: schwarzer Ledermini,
Nylons, Pumps mit mittelhohem Absatz, Blazer. Mein Outfit
war passabel, ich trug meistens schwarz.
Der Türöffner summte altersschwach, die Sprechanlage
krächzte „2. Stock“.
Der graue Flur war mit Graffitis verziert. Ich verzichtete
auf den Aufzug und nahm die Treppe.
In der 2. Etage war eine von vier Türen angelehnt. Aus
dieser strömte mir der Geruch von frisch gebrühtem
Bohnenkaffee entgegen. Bevor ich die Klingel erneut
betätigen konnte, wurde die Tür aufgerissen und gab eine
dunkle Öffnung preis.
Erst im zweiten Moment bemerkte ich die schwarze Gestalt im
Türrahmen.
„Anastasia, ist das schön, dass du da bist.“
Ich sagte gar nichts.
In der Nachbarwohnung rührte sich etwas, ich wurde unsanft
am Arm gepackt und in die Wohnung gezerrt.
„Oh, entschuldige, das wollte ich nicht“, nuschelte mein
Gastgeber.
„Himmel, Chris, beruhige dich. Und setze diese dämliche
Gasmaske ab, ich verstehe ja kein Wort von dem was du
sagst“, blaffte ich ihn an und musste ein Grinsen
unterdrücken.
„Ja, Herrin“, kam es kleinlaut zurück.
Chris nestelte sich das Monstrum vom Kopf und endlich kam
sein jungenhaftes Gesicht zum Vorschein, umrahmt von wirr
zerzaustem Haar. Der Rest seines Körpers steckte in einer
Art Vollgummianzug, der nur die Hände frei ließ.
Ich stellte mich auf die Zehenspitzen, hauchte ihm zur
Begrüßung einen Kuss auf die Wange und fragte, ob er mir zum
Kaffee einen Fisch angeln wollte.
Wieder entschuldigte er sich wortreich und führte mich ins
Wohnzimmer, wo ein kleiner Tisch mit Kerzen und Kaffeetassen
überladen war. Ich setzte mich auf eine weiße Ledercouch und
überlegte kurz, ob mein schwarzer Rock oder sein
Taucheranzug dort nicht etwa Schleifspuren hinterließ.
Dann schenkte Chris den Kaffee ein, stellte ein Kännchen
Milch daneben, zündete die Kerzen an und kniete sich neben
mich. Jetzt befand er sich wenigstens ungefähr auf gleicher
Höhe.
Wir tranken Kaffee, ich erzählte von meiner Fahrt, dem
geplatzten Termin und dann schwiegen wir uns an.
Na das kann ja heiter werden, dachte ich. Wenn ich den Tag
noch retten wollte, musste ich die Führung übernehmen.
„Was willst du jetzt tun“, fragte ich ihn.
„Alles was sie wünschen, Herrin“, antwortete Chris.
Ich beugte mich über seine Tasse, schaute ihm dabei tief in
die Augen, spitzte die Lippen und ließ einen langen Faden
Spucke in den Kaffee fließen.
„Austrinken!“, befahl ich.
Er tat es widerspruchslos.
„Jetzt möchte ich, dass du meine Füße massierst, sie
schmerzen.“
„Mit dem größten Vergnügen“, sagte er und ein Lächeln
huschte über sein Gesicht.
Chris küsste mir beide Handflächen, dann nahm er vorsichtig
einen Fuß in seinen Schoß und zog mir den Pumps aus. Mit
einer Hand strich er sanft meine Wade entlang, die andere
knetete meinen Fuß. Dann küsste er die bestrumpften
Zehenspitzen, jede einzeln.
Ich lehnte mich zurück und schnurrte leise. Als seine Hand
jedoch den Schenkel nach oben wanderte und meine große Zehe
fast gänzlich in seinem Mund verschwunden war, sagte ich
„Stopp“.
Sofort ließ er ab und widmete sich meinem zweiten Fuß. Mit
dem Fingernagel strich er sanft über die Hornhaut an meiner
Ferse. Die Massage tat gut, schickte warme Wellen durch
meinen Körper.
„Ich möchte jetzt Apfelkuchen essen und Berliner Weiße
trinken“, sagte ich schließlich.
Chris sah mich mit großen Augen an. Er stand auf, ein langer
schlacksiger Gummi-Junge. In seinem Schoß bemerkte ich die
größer gewordene Wölbung.
„Das habe ich nicht hier“, druckste er.
„Das macht überhaupt nichts“, erwiderte ich, „dann gehen wir
eben aus.“
„Aber es ist noch hell draußen“, rief er erschrocken.
Ich runzelte die Brauen: „Na und?“
„Ich war erst einmal in dieser Aufmachung unterwegs. Das war
nachts bei einem Fetischball.“
„Und, wie hast du dich dabei gefühlt?“
„Es war toll, Herrin.“
„Dann wird es Zeit, dich auch bei Tage auszuführen, mein
Freund“, entschied ich. „Keine Sorge, ich bin bei dir.“
Chris hatte mir von seiner Stiefelsammlung erzählt, die ließ
ich mir nun zeigen. Er öffnete die Tür zu einer kleinen
Kammer. Da standen sie, fein säuberlich aufgereiht – ein
Traum! Chris strahlte, als ich jedes einzelne Paar in die
Hand nahm und bewundernd über Lack und Leder strich. Mein
Blick blieb an einem Paar Monsterstiefeln hängen. Overknees
aus milchweißem Lack mit mindestens 18 cm Plateau-Absatz.
Ich gebot ihm, diese anzuziehen.
Chris hatte Mühe, die Stiefel über seine gummibestrumpften
Füße zu bekommen. Es quietschte und knarrte und er atmete
hörbar auf, als er endlich den Reißverschluss hochzog.
Er war nun über einen Kopf größer als ich.
Sein Kleiderschrank war zur Hälfte mit Fetisch- und
Frauenkleidung gefüllt. Das musste ein Vermögen gekostet
haben! Viel zu schade, um ungenutzt zu verstauben. Ich
entschied mich für einen breiten weißen Ledergürtel sowie
einen durchsichtigen Lackblouson mit weißem Kragen und
Manschetten. Beides gab ich ihm.
„Du siehst klasse aus“, lobte ich, als er sich vor mir
drehte, „jetzt fehlt nur noch etwas Farbe im Gesicht.“
Chris kniete sich wieder vor mich, ich nahm sein Gesicht in
beide Hände, strich mit dem Finger über seinen Mund, griff
nach meiner Handtasche und füllte dann seine Lippen mit
blutrotem Lippenstift auf. Seine Augen betonte ich mit
schwarzem Kajal, der seinen Blick tiefgründig erscheinen
ließ und auf die Wangen tupfte ich etwas Rouge. Ich
entdeckte noch ein kleines weißes Täschchen aus Lack,
welches ich ihm in die Hand drückte. Fertig war mein
Gummidoll.
„Ich bin stolz auf dich“, raunte ich ihm ins Ohr.
Ich wollte unbedingt zum Alex, auf den Fernsehturm. Dort war
ich als Kind mit meinen Eltern, diese Faszination wollte ich
wieder erleben.
Wir fuhren mit seinem Auto und fanden einen Parkplatz ganz
in der Nähe. Chris blieb sitzen. Ich stieg aus, ging um das
Fahrzeug herum, öffnete die Fahrertür.
„Komm schon Chris, steig aus. Du musst keine Angst haben.“
Er hatte Mühe, in den hohen Stiefeln zu laufen. Ich stützte
ihn mehr, als dass ich mich an seinem Arm festhielt.
Es war mitten in der Woche, die Zahl der Touristen hielt
sich in Grenzen. Eine Gruppe Japaner kreuzte auf dem Alex
unseren Weg. Sie blieben vor uns stehen, lächelten,
verbeugten sich und zückten ihre Kameras.
Ich nickte zustimmend und Chris posierte. Erst zaghaft, dann
immer forscher wackelte er mit dem Hintern, stemmte einen
Arm in die Hüfte, warf lachend den Kopf nach hinten. Die
Fotos erregten bestimmt Aufsehen in Japan.
Kichernd erreichten wir den Aufzug zum Fernsehturm.
„Ich hätte nicht gedacht, dass das so einen Spaß macht“,
jauchzte er. „danke, Herrin.“
Der Fahrstuhlführer blickte irritiert.
Oben angekommen, wurden wir von einer viel zu stark
geschminkten Blondine zum Tisch geführt.
Ich bekam meinen Apfelkuchen, wir tranken Berliner Weiße,
scherzten, erzählten und genossen den wandernden Ausblick
über die Hauptstadt. Die verstohlenen Blicke der anderen
Gäste amüsierten mich.
„Ich muss mal pinkeln“, sagte ich und erhob mich. Chris
blieb brav sitzen, die manikürten Hände im Schoß gefaltet -
ein großer schöner Mann in schwarzem Gummianzug. Die hohen
Absätze wippten keck an seinen übereinander geschlagenen
Gummibeinen. Er lächelte glücklich.
Ich kehrte zurück und ließ meinen zusammengeknüllten Slip in
seinen Schoß fallen. Er war feucht von meinem Saft.
„Ein Geschenk für dich. Damit mein Duft dich noch eine Weile
begleitet, auch wenn ich längst weg bin.“
Chris nahm den Slip in beide Hände und roch daran: „Danke,
Herrin.“
Die ganze Zeit über stand die Blondine neben uns, sah mich
mit hochgezogenen Strichbrauen an und fragte, ob ich noch
einen Wunsch hätte. Meinen Begleiter ignorierte sie
vollständig. Meine Wünsche könne sie mir ohnehin nicht
erfüllen, antwortete ich anzüglich und verlangte die
Rechnung. Die Bedienung machte zickig kehrt und stakste
davon.
Chris’ Wangenfarbe übertönte das Rouge und ich wurde
feucht.
In der Gropiussiedlung angekommen, wollte mich Chris zu
meinem Twingo begleiten.
Er bedankte sich höflich für den schönen Nachmittag und
küsste mich zaghaft auf den Mund.
„Wir sind noch nicht fertig miteinander“, sagte ich rau und
nahm seine Hand.
An seiner Wohnungstür ließ ich ihm kaum Zeit aufzuschließen.
Ich stieß ihn mit beiden Händen in die Wohnung, griff hart
in seinen Schritt. Die gummierte Wölbung füllte meine Hand
vollständig aus.
„Und jetzt, mein Freund, ziehst du den Fummel aus und zeigst
mir, dass du ein richtiger Mann bist“, ordnete ich atemlos
an.
„Ja, Herrin“, antwortete Chris und seine Augen leuchteten.
copyrigt: Anastasia
(veröffentlicht in den SZ Nr.97) |
LadyAnastasia: Danke für Dein fettes Lob, Uwe - das geht runter wie Öl!
Bussi, Anastasia |
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